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Wie du ein Inserat schreibst, das die richtigen Mieter anspricht statt 600 Anfragen produziert – mit den GEG-Pflichtangaben zum Energieausweis, korrekter Preisangabe unter der Mietpreisbremse, ehrlicher Beschreibung, guten Fotos und einer realistischen Zielgruppe.
Die meisten Ratgeber zum Wohnungsinserat optimieren auf die falsche Zahl. Sie versprechen dir „mehr Reichweite", „mehr Klicks", „mehr Anfragen" – als wäre ein voller Posteingang das Ziel. Ist er nicht. In einem angespannten Markt bekommst du die Anfragen ohnehin: In Berlin bewerben sich auf eine beliebte Zwei-Zimmer-Wohnung im Schnitt mehrere Hundert Menschen pro Tag, in München kämpfen vierstellige Bewerberzahlen um eine einzige Wohnung. Das eigentliche Problem ist nicht, genug Bewerbungen zu bekommen – es ist, die zwei oder drei zu finden, die wirklich passen, ohne vorher hundert Mappen zu lesen.
Dieser Artikel dreht die Logik um. Ein gutes Inserat ist kein Trichter, der möglichst viel hereinlässt – es ist ein Filter, der die Falschen höflich abhält und die Richtigen anzieht. Das gelingt durch drei Dinge: Ehrlichkeit (kein Schönreden), Konkretheit (echte Angaben statt Floskeln) und Rechtssicherheit (Pflichtangaben, die nicht fehlen dürfen). Der Reihe nach.
Jede Bewerbung kostet dich Zeit – Lesen, Sortieren, Antworten, Absagen. Wer auf Masse optimiert, produziert vor allem Arbeit für sich selbst und Frust bei allen, die nie eine echte Chance hatten. Die Zahlen aus angespannten Märkten sind eindeutig:
Bewerber/Tag (Berlin)
~636
beliebte 2-Zimmer-Wohnung
Mitbewerber (München)
~2.016
gefragte 2-Zimmer-Wohnung
Berufstätige
9 von 10
halten bezahlbare Wohnung für Glückssache
Diese Zahlen stammen aus einer Statista-Auswertung der meistgesuchten Wohnungen und decken sich mit Marktberichten, die für einzelne Inserate über 600 Mitbewerber dokumentierenQuelleQuelle.
Das Ziel ist also nicht, diese Flut zu vergrößern, sondern sie vorzusortieren – am besten, bevor die Bewerbung überhaupt geschrieben wird. Genau das leistet ein präzises Inserat: Wer eine 62-m²-Wohnung im dritten Stock ohne Aufzug, mit Gasheizung und ohne Haustiererlaubnis klar beschreibt, bekommt weniger, aber passendere Anfragen. „Passung statt Reichweite" ist kein Marketingspruch – es ist die einzige Strategie, die deine Zeit respektiert.
Ein gutes Inserat ist kein Trichter, der alles hereinlässt – es ist ein Filter, der die Falschen höflich abhält und die Richtigen anzieht.
Bevor es um Stil geht, geht es um Recht. Sobald du ein Inserat „in kommerziellen Medien" veröffentlichst – und dazu zählt jedes Online-Portal – schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in § 87 GEG vor, welche Angaben aus dem Energieausweis ins Inserat gehören, sofern ein Ausweis vorliegt. Für ein Wohngebäude sind das genau fünf PflichtangabenQuelleQuelle:
Fehlt eine dieser Angaben, ist das keine Kleinigkeit: Es ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 108 GEG und kann mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 € geahndet werden. Hinzu kommt ein wettbewerbsrechtliches Risiko – unvollständige Inserate werden von Mitbewerbern und Verbänden regelmäßig abgemahntQuelle.
Diese Angaben sind übrigens kein lästiger Pflichtteil – sie sind ein Filter, der für dich arbeitet. Wer eine Wärmepumpe und Effizienzklasse B sieht, weiß sofort: niedrige Nebenkosten. Wer Gas und Klasse G liest, kalkuliert die Heizkosten realistisch ein und bewirbt sich nur, wenn das passt. Ehrlichkeit bei den Energiewerten spart dir die Bewerber, die nach der ersten Nebenkostenabrechnung ohnehin abgesprungen wären.
Die Miete ist die zweite Angabe, bei der Schludrigkeit teuer wird. In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt gilt die Mietpreisbremse nach § 556d BGB: Die Nettokaltmiete bei Neuvermietung darf höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Regelung wurde im Juli 2025 bis zum 31. Dezember 2029 verlängert, und das Bundesverfassungsgericht hat sie Anfang 2026 ausdrücklich als verfassungsgemäß bestätigtQuelleQuelle.
Es gibt Ausnahmen, aber sie sind eng und an Bedingungen geknüpft. Ein Neubau mit Erstvermietung nach dem 1. Oktober 2014 fällt nicht unter die Bremse – allerdings nur bei der allerersten Vermietung. Auch nach einer umfassenden Modernisierung (Bauaufwand etwa ein Drittel eines Neubaus) sowie bei einer höheren, zulässig vereinbarten Vormiete darf mehr verlangt werdenQuelle
. Entscheidend ist die Form: Berufst du dich auf Vormiete oder Modernisierung, musst du den Mieter vor Vertragsschluss unaufgefordert darüber informieren. Versäumst du das, kannst du dich erst zwei Jahre nach Nachholung der Auskunft auf die höhere Miete berufenQuelle.
Die meisten Beschreibungen scheitern an Floskeln. „Charmante Wohnung in begehrter Lage" sagt nichts – außer dass der Verfasser die Wohnung nicht beschreiben wollte. Eine gute Beschreibung beantwortet die Fragen, die sonst per Mail kommen, und filtert nebenbei die aus, für die das Objekt nicht passt.
Ehrlichkeit ist hier kein moralischer Luxus, sondern Effizienz. Jeder Nachteil, den du vorab nennst, erspart dir eine Besichtigung mit jemandem, der danach absagt. Wie du aus den verbleibenden, passenden Anfragen auswählst, vertieft unser Leitfaden zu den Kriterien der Mieterauswahl.
Fotos entscheiden, ob ein Inserat überhaupt gelesen wird – aber das Ziel ist nicht das schönste Bild, sondern das ehrlichste. Geschönte Weitwinkel-Aufnahmen produzieren Besichtigungstermine mit Menschen, die enttäuscht wieder gehen.
Fotografiere bei hellem, diffusem Tageslicht – vormittags oder am frühen Nachmittag, Vorhänge auf, alle Lampen an. Kein Blitz, keine Nachtaufnahmen. Licht ist der größte Hebel für ein gutes Foto und kostet nichts.
Leere Oberflächen, keine privaten Fotos, keine vollen Wäschekörbe. Der Bewerber will sich selbst in der Wohnung vorstellen – nicht den Vormieter.
Erstes Bild: der hellste, repräsentativste Raum (meist Wohnzimmer). Dann logisch durch die Wohnung – Küche, Schlafzimmer, Bad, Balkon, Ausblick. Ein Grundriss als eigenes Bild hilft enorm bei der Einordnung.
Zeig jeden Raum, auch das kleine Bad. Weglassen solltest du nur Defekte, die bis zum Einzug behoben werden, und Details ohne Aussagekraft (Nahaufnahme einer Steckdose). Verschweigen ist etwas anderes als Weglassen.
Querformat füllt die Galerie besser, Hochkant wirkt eng. Halte die Kamera auf Brusthöhe waagerecht, damit Wände nicht kippen.
Kein Inserat passt für alle – und das soll es auch nicht. Wer vorher überlegt, für wen die Wohnung wirklich gemacht ist, schreibt automatisch ein präziseres Inserat und spart sich die unpassenden Anfragen.
Wenn du die Bausteine zusammenfügst, entsteht in einer guten Stunde ein Inserat, das filtert statt flutet:
Energieausweis bereitlegen und die fünf GEG-Angaben (Art, Kennwert, Energieträger, Baujahr, Effizienzklasse) sowie die Nettokaltmiete getrennt von den Betriebskosten notieren.
In einem Satz aufschreiben, für wen die Wohnung gemacht ist. Diese Antwort bestimmt Tonfall, Detailtiefe und Sprache des Inserats.
Vorteile UND Nachteile, konkrete Zahlen, Umgebung mit Gehminuten, Bedingungen früh nennen. Floskeln streichen.
Bei Tageslicht, aufgeräumt, hellster Raum zuerst, Grundriss als eigenes Bild. Jeden Raum zeigen.
In angespannten Märkten die ortsübliche Vergleichsmiete checken und die 10-%-Grenze einhalten – oder eine greifende Ausnahme vorab dokumentieren.
Im WOHNO-Inserat-Wizard sind diese Schritte bereits als geführter Ablauf hinterlegt: Pflichtfelder zum Energieausweis, getrennte Eingabe von Kaltmiete und Nebenkosten, Foto-Upload mit Reihenfolge und ein Matching, das deine Bedingungen direkt mit den Suchprofilen abgleicht – damit du Anfragen bekommst, die schon vorgefiltert sind.
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Der WOHNO-Wizard führt dich durch Pflichtangaben, Preis und Fotos – und matcht deine Bedingungen mit echten Suchprofilen. Weniger Anfragen, mehr Passung.
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Was du als Vermieter legitim bewerten darfst – Bonität, Einkommen, Selbstauskunft, Mietschuldenfreiheit – und wo das AGG (§§ 19, 21) und die DSGVO klare Grenzen ziehen: verbotene Fragen, die DSK-Drei-Phasen-Regel für Unterlagen, wann SCHUFA überhaupt zulässig ist, Löschpflicht nach Absage und objektive Kriterien als Schutz vor Diskriminierungsvorwürfen.
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