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Die erste Nachricht entscheidet, ob du zur Besichtigung eingeladen wirst. Was hineingehört, wie lang sie sein darf, welche Fehler dich aussortieren – plus starke und schwache Beispiele und zwei anpassbare Vorlagen.
In einem angespannten Markt entscheidet sich der größte Teil der Wohnungssuche in den ersten zwei Sätzen, die ein Vermieter von dir liest. Die Wohnung hast du noch nicht gesehen, gesprochen habt ihr nie – und trotzdem fällt hier die Entscheidung, ob du überhaupt zur Besichtigung eingeladen wirst. Die erste Nachricht ist kein Formular, das du abhakst. Sie ist deine Bewerbung in Kurzform.
Die gute Nachricht: Fast alle anderen Suchenden schreiben dieselben drei austauschbaren Sätze. Wer die erste Nachricht ernst nimmt, hebt sich ohne großen Aufwand ab. Dieser Ratgeber zeigt dir, was hineingehört, wie lang sie sein darf, welche Fehler dich sofort aussortieren – und stellt starke und schwache Beispiele direkt gegenüber. Die Beispielnachrichten sind das Herzstück; daran kannst du dich orientieren.
Ein begehrtes Inserat sammelt innerhalb von Stunden dutzende, in Großstädten hunderte Anfragen. Im ImmoScout24-WohnBarometer kam ein Berliner Mietinserat zuletzt auf rund 99 Kontaktanfragen pro Woche – nach zwischenzeitlich 154Quelle. Der Vermieter oder die Hausverwaltung liest diese Flut nicht in Ruhe. Sie überfliegt sie und sortiert in zwei Stapel: „könnte passen" und „weg".
Du konkurrierst also nicht um die Wohnung – noch nicht. Du konkurrierst um einen Platz auf der Besichtigungsliste. Dein einziges Ziel in der ersten Nachricht ist, von „weg" nach „könnte passen" zu kommen. Dafür braucht der Vermieter drei Dinge in Sekunden: Du meinst genau diese Wohnung, du kannst sie dir leisten, und mit dir wird es unkompliziert.
Eine starke erste Nachricht beantwortet die stillen Fragen des Vermieters, bevor er sie stellt. Fünf Bausteine reichen:
Die häufigste Frage: Wie lang? Antwort: kurz genug, dass man sie auf dem Handy ohne Scrollen liest, lang genug, dass die fünf Bausteine drin sind. Das sind in der Praxis fünf bis acht Sätze – ein kompakter Absatz, kein Anschreiben über eine halbe Seite.
Der Ton ist freundlich-professionell, nicht steif und nicht kumpelhaft. Schreib so, wie du in einem ersten Geschäftskontakt sprechen würdest. Sprich die Person mit Namen an, wenn das Inserat einen nennt – „Sehr geehrte Damen und Herren" wirkt wie Serienbrief. Rechtschreibung und Grammatik zählen mehr, als viele denken: Eine fehlerfreie Nachricht signalisiert Sorgfalt, und Sorgfalt ist genau das, was ein Vermieter sich von seinem künftigen Mieter wünscht.
und Einkommensnachweise gehören noch nicht in die erste Nachricht. Biete sie an, häng sie aber nicht ungefragt an (mehr dazu im Datenschutz-Abschnitt).
Der Unterschied wird sofort sichtbar, wenn man dieselbe Person zwei Nachrichten schreiben lässt. Zuerst die Variante, die in Sekunden im „weg"-Stapel landet:
Diese Nachricht stellt keine der drei stillen Fragen zufrieden. Sie zeigt keinen Bezug zur Wohnung, keine Eckdaten, keine Finanzierung – und sie macht dem Vermieter Arbeit, statt sie ihm abzunehmen. „Ist die Wohnung noch frei?" ist die meistgesendete und am seltensten beantwortete Nachricht auf jedem Portal.
Dieselbe Person, dieselbe Wohnung – nur ernst gemeint:
Sechs Sätze, alle fünf Bausteine drin, klare Frage am Ende. Der Vermieter weiß nach fünf Sekunden: passt finanziell, unkompliziert, ernsthaft interessiert. Genau das landet im „könnte passen"-Stapel.
Wenn deine Nachricht auch unter jedes andere Inserat passen würde, ist sie zu allgemein. Eine Zeile, die nur zu dieser einen Wohnung passt, macht den Unterschied.
Nimm eine dieser Vorlagen und ersetze die Klammern. Pass den Ton an deine Situation an – kopiere sie nicht zwanzig Mal wortgleich, denn dieselbe Hausverwaltung sieht denselben Text mehrfach.
„Guten Tag [Name], Ihre [Zimmerzahl]-Zimmer-Wohnung in [Straße/Stadtteil] passt genau zu unserer Suche – [persönlicher Bezug, z. B. kurzer Arbeitsweg für uns beide]. Wir sind [Anzahl] Personen, [Berufe], beide unbefristet angestellt mit gesichertem Einkommen, Nichtraucher, [Haustiere ja/nein]. Selbstauskunft, Einkommensnachweise und SCHUFA-Auskunft bringen wir zur Besichtigung mit. Über einen Termin in den nächsten Tagen würden wir uns sehr freuen. Viele Grüße, [Namen]"
Die meisten Absagen sind selbstverschuldet – und vermeidbar:
Keine Antwort heißt nicht Absage – oft heißt es nur „untergegangen". Ein einziges, höfliches Nachfassen ist legitim und wird selten negativ aufgenommen. Mehr als eines schon.
Gib dem Vermieter Zeit. Direkt am nächsten Tag nachzuhaken wirkt drängend und nimmt dir die Geduld, die einen guten Mieter ausmacht.
Eine kurze Nachricht: Du beziehst dich auf deine Anfrage vom [Datum], bestätigst dein Interesse und bietest erneut einen Termin an. Zwei Sätze, kein Vorwurf.
Bleibt die zweite Nachricht unbeantwortet, ist die Wohnung wahrscheinlich weg oder vergeben. Steck deine Energie in das nächste Inserat statt in eine dritte Nachricht.
Bei einer reinen Anfrage zur Besichtigung darf der Vermieter nur die Daten erheben, die für den Termin nötig sind – im Kern Name und ErreichbarkeitQuelle. Eine vollständige Selbstauskunft oder gar Gehalts- und SCHUFA-Nachweise darf er erst bei konkretem Mietinteresse verlangen, üblicherweise nach der BesichtigungQuelle.
Das ist nicht nur dein Recht – es schützt dich. Je weniger sensible Daten du frühzeitig und an viele Vermieter gleichzeitig streust, desto kleiner dein Risiko. Geburtsdatum, Kontostand, SCHUFA, Ausweiskopien gehören nicht in eine erste Nachricht an eine fremde Person. Fragen nach Religion, Familienplanung, Schwangerschaft, Herkunft, Parteizugehörigkeit oder Gesundheit sind ohnehin unzulässig und musst du nicht beantworten.
Auf einem Matching-Portal wie WOHNO schickst du keine Kaltanfrage an fremde Vermieter und kein „Ist die Wohnung noch frei?". Dein erstes Anschreiben ist hier das Textfeld in deiner Bewerbung – die persönliche Nachricht, die der Vermieter zusammen mit deinem geprüften Profil sieht, wenn du dich auf eine passende Wohnung bewirbst. Und sobald deine Bewerbung draußen ist, kannst du direkt mit dem Vermieter chatten; auch dort entscheidet der erste Satz.
Das Gute: Die fünf Bausteine von oben gelten dabei eins zu eins. Konkreter Bezug zur Wohnung, Eckdaten zum Haushalt, gesicherte Finanzierung in einem Satz, eine persönliche Note und eine klare Bitte – nur dass du sie nicht unter zwanzig Inserate streust, sondern genau dort hinterlegst, wo es wirklich passt. Deine Bewerbungsmappe und ein verifiziertes Profil liefern dann die Belege, die in eine erste Nachricht ohnehin nicht gehören – datensparsam und nur bei ernsthaftem Interesse.
Finde die Wohnungen, für die sich ein starkes Anschreiben lohnt
Auf WOHNO bewirbst du dich mit Profil und Anschreiben gezielt dort, wo es passt – statt zwanzig Kaltanfragen zu streuen. Nach dem Bewerben sprichst du direkt mit dem Vermieter im Chat.
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Welche Unterlagen wirklich in die Bewerbungsmappe gehören, was du aus Datenschutzgründen weglassen darfst und welche Fragen Vermieter dir gar nicht stellen dürfen – ein Leitfaden für 2026 mit Selbstauskunft, SCHUFA, 3‑x‑Kaltmiete-Regel und AGG.